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Stromausfall – was tun? Die ersten 10 Minuten, Stunden und Tage

Das Licht geht aus, der Router ist tot, der Kühlschrank schweigt. Die wichtigste Regel zuerst: Ruhe bewahren. Die allermeisten Stromausfälle in Deutschland sind nach weniger als einer Stunde vorbei. Aber weil du in den ersten Minuten nicht weißt, ob es zwanzig Minuten oder zwei Tage werden, lohnt es sich, die richtigen Handgriffe in der richtigen Reihenfolge zu machen.

Stromausfall — was tun in den ersten 10 Minuten?

1. Prüfe, ob nur du betroffen bist. Wirf einen Blick auf den Sicherungskasten: Ist eine Sicherung oder der FI-Schalter gefallen, liegt das Problem in deiner Wohnung. Schalte in dem Fall große Verbraucher (Waschmaschine, Herd, Wasserkocher) aus und setze die Sicherung einmal zurück. Fällt sie sofort wieder — Elektriker rufen, nicht weiter probieren.

2. Schau nach draußen. Brennen bei den Nachbarn und auf der Straße noch Lichter? Wenn das ganze Viertel dunkel ist, ist es ein Netzausfall — dann kannst du selbst nichts reparieren, nur gut überbrücken.

3. Schalte Herd, Bügeleisen und Heizlüfter aus. Alles, was heiß wird, muss aus — sonst geht es unbemerkt wieder an, wenn der Strom zurückkommt. Lass eine Lampe an, damit du das Ende des Ausfalls mitbekommst.

4. Hol deine Lichtquelle. Taschenlampe oder Stirnlampe, keine Kerzen als erste Wahl — offenes Feuer ist bei Hektik im Dunkeln die häufigste Unfallursache. Wenn du nicht weißt, wo deine Taschenlampe liegt: Das ist genau der Punkt, den unsere Grundausstattungs-Liste für dich abhakt.

5. Kühlschrank und Gefrierschrank zulassen. Ein geschlossener Kühlschrank hält etwa 4 Stunden, eine volle Gefriertruhe 24 bis 48 Stunden. Jedes Öffnen kostet Stunden.

Was tun, wenn der Stromausfall länger als eine Stunde dauert?

Informiere dich über Radio. Wenn Mobilfunk und Internet mit ausgefallen sind, ist ein Batterie- oder Kurbelradio deine einzige verlässliche Quelle — die Regionalsender informieren bei größeren Lagen über die Ursache und die voraussichtliche Dauer. Das Autoradio funktioniert auch.

Spare deinen Handy-Akku. Flugmodus an, Display dunkel, nur alle 30–60 Minuten kurz prüfen. Bei überlasteten Netzen kommen SMS oft noch durch, wenn Anrufe scheitern.

Denk an die Menschen um dich herum. Ältere Nachbarn, Menschen mit Beatmungs- oder Dialysegeräten, Familien mit Säuglingen — ein kurzes Klopfen an der Tür kostet nichts und kann viel bedeuten. Bei medizinischen Notfällen gilt weiterhin die 112; Notrufe funktionieren auch bei Stromausfall, solange das Mobilfunknetz mit Notstrom läuft.

Wenn es Stunden bis Tage werden

Ab jetzt zahlt sich Vorsorge aus — improvisieren lässt sich vieles, aber nicht alles:

  • Wärme: Heizungen fallen auch bei Gas- und Ölheizungen aus, weil Pumpen und Steuerung Strom brauchen. Alle in einen Raum, Türen zu, warm anziehen, Decken und Schlafsäcke raus. Niemals Grill oder Gasheizer in Innenräumen — Kohlenmonoxid tötet lautlos.
  • Essen und Trinken: Erst Kühlschrank, dann Gefrierschrank, dann Vorräte. Ein Campingkocher macht aus Konserven eine warme Mahlzeit. Was dein Haushalt für zehn Tage braucht, rechnet dir der Vorratskalkulator in zwei Minuten aus.
  • Wasser: Bei längeren, großflächigen Ausfällen können auch Wasserwerke ausfallen. Fülle frühzeitig Badewanne (für Hygiene und WC-Spülung) und saubere Gefäße (zum Trinken).
  • Bargeld: Karten, Geldautomaten und Kassen sind tot. Ein kleiner Bargeldvorrat in kleinen Scheinen gehört deshalb in jede Grundausstattung.

Wenn der Strom zurückkommt

Schalte große Verbraucher nacheinander ein, nicht alle gleichzeitig. Prüfe die Lebensmittel: Alles, was aufgetaut war, nicht wieder einfrieren. Und nimm den Ausfall als kostenlosen Testlauf — was hat gefehlt? Genau das besorgst du diese Woche.

Wie lange würdest du durchhalten? Der Stromausfall-Simulator zeigt dir in zwei Minuten, was bei dir nach 2, 24 und 72 Stunden ohne Strom passiert — kostenlos und ohne Anmeldung.

Quellen und weiterführende Links