Blackout-Vorbereitung: So machst du deinen Haushalt in 7 Schritten stromausfallsicher
Ein „Blackout" ist mehr als ein Stromausfall: Gemeint ist ein großflächiger, länger andauernder Ausfall, der ganze Regionen für Tage betrifft. Deutschland hat eines der stabilsten Stromnetze der Welt — aber genau deshalb sind die wenigsten Haushalte auf mehr als ein paar Stunden ohne Strom vorbereitet. Die gute Nachricht: Mit sieben überschaubaren Schritten bist du besser aufgestellt als 90 Prozent des Landes.
Schritt 1: Licht — die 10-Euro-Basis
Pro Person eine LED-Taschenlampe oder Stirnlampe, dazu Ersatzbatterien in allen Größen, die deine Geräte brauchen. Eine batteriebetriebene Campinglampe macht abends einen ganzen Raum nutzbar. Kerzen sind Ergänzung, nicht Basis — Brandgefahr steigt ausgerechnet dann, wenn die Feuerwehr überlastet ist.
Schritt 2: Information — Radio schlägt Internet
Beim Blackout fallen Mobilfunk und Internet nach wenigen Stunden aus, wenn die Notstrom-Akkus der Funkmasten leer sind. Ein Kurbel- oder Batterieradio ist dann die einzige Verbindung zu amtlichen Informationen. Gute Geräte laden nebenbei dein Handy per Kurbel.
Schritt 3: Strom für das Nötigste
Drei Ausbaustufen, je nach Budget:
- Powerbank (ab 20 €): Hält dein Handy 2–4 Tage am Leben. Gehört geladen in jede Schublade.
- Powerstation (ab 300 €): Ein großer Akku mit Steckdose — betreibt Router, Lampen, Kühlbox oder medizinische Geräte für Stunden bis Tage. Mit faltbarem Solarpanel nachladbar.
- Notstromaggregat (ab 500 €): Die einzige echte Dauerlösung — aber nur sinnvoll mit Kraftstoffvorrat, und niemals in Innenräumen oder der Garage betreiben. Die Abgase (Kohlenmonoxid) sind bei jedem Blackout die häufigste Todesursache.
Schritt 4: Wärme — der unterschätzte Punkt
Fast jede Heizung braucht Strom, auch Gas- und Ölheizungen. Bei einem Winter-Blackout kühlt eine Wohnung binnen eines Tages auf Außentemperaturnähe ab. Die realistische Strategie für Mieter: einen Raum verteidigen. Alle in das kleinste bewohnbare Zimmer, Türen zu, Fenster abdichten, Zwiebellook, Schlafsäcke und Wolldecken. Wärmflaschen (mit dem Campingkocher befüllt) heizen Betten effizienter als jeder Versuch, den Raum zu erwärmen.
Schritt 5: Wasser und Essen für 10 Tage
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt Vorräte für zehn Tage: mindestens 2 Liter Wasser pro Person und Tag, dazu Lebensmittel, die ohne Kühlung halten und sich zur Not kalt essen lassen. Ein Campingkocher mit ausreichend Kartuschen macht daraus warme Mahlzeiten. Wie viel dein Haushalt konkret braucht, rechnet der Vorratskalkulator für deine Personenzahl aus — inklusive Checkliste zum Abhaken in der Notvorrat-Liste.
Schritt 6: Bargeld und Papiere
Ohne Strom keine Kartenzahlung, keine Geldautomaten, keine digitalen Dokumente. In die Grundausstattung gehören deshalb: Bargeld in kleinen Scheinen (als Richtwert: genug für eine Woche Einkäufe), eine Mappe mit Kopien der wichtigsten Dokumente und eine Liste der wichtigsten Telefonnummern auf Papier — denn ohne Strom ist auch dein Adressbuch im Handy irgendwann weg.
Schritt 7: Der Probelauf
Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist ein Abend: Schalte an einem Freitagabend testweise die Sicherungen aus und verbringe drei Stunden ohne Strom. Du merkst sofort, was fehlt — meistens sind es Kleinigkeiten wie Batterien in der falschen Größe oder der Dosenöffner.
Häufige Fehler bei der Blackout-Vorbereitung
- Alles auf einmal kaufen wollen. Fang mit Licht, Radio und Wasser an — das kostet unter 50 € und deckt die ersten 72 Stunden.
- Technik ohne Betriebsstoff. Ein Aggregat ohne Benzin, ein Kocher ohne Kartuschen, eine Taschenlampe ohne passende Batterien sind Dekoration.
- Nur an sich selbst denken. Sprich mit den Nachbarn — geteilte Ressourcen (wer hat ein Aggregat, wer einen Gaskocher, wer medizinisches Wissen?) machen ein ganzes Haus krisenfest.
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